Wer sein Dach saniert, investiert nicht nur in Optik und Dichtigkeit, sondern vor allem in Energieeffizienz. Über ein ungedämmtes Dach gehen erhebliche Mengen Wärme verloren — entsprechend großzügig fördert der Staat die energetische Dachsanierung. Die wichtigste Frage zuerst, dann die Zahlen im Detail.
Die energetische Dachdämmung wird über die BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA) mit 15 % Zuschuss gefördert, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) mit 20 %. Förderfähig sind bis zu 30.000 € pro Wohneinheit (mit iSFP 60.000 €) — der maximale Zuschuss liegt damit bei rund 12.000 €. Die oft gesuchten „70 % Förderung" gelten nicht fürs Dach, sondern für den Heizungstausch.
Welche Zuschüsse gibt es für eine Dachsanierung?
Die zentrale Förderung läuft über die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM). Zuständig ist das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Gefördert wird die Dämmung der Dachflächen und der obersten Geschossdecke als Zuschuss — eine Maßnahme, die sich gut mit einer umfassenden Dachsanierung verbinden lässt:
- 15 % Grundförderung auf die förderfähigen Kosten der Dämmmaßnahme.
- +5 % iSFP-Bonus, wenn die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans ist — zusammen also 20 %.
- Energieberatung & Baubegleitung: zusätzlich 50 % der Kosten, gedeckelt auf 5.000 € je Einfamilienhaus.
Wer die Sanierung lieber über einen Kredit finanziert, kann die zinsgünstigen KfW-Ergänzungskredite nutzen. Hinzu kommen je nach Wohnort teils regionale und kommunale Förderprogramme. Wichtig: Der Förderantrag muss vor Beauftragung gestellt werden, und ein Energieeffizienz-Experte (EEE) muss eingebunden sein.
Wie hoch ist die maximale Förderung für ein neues Dach?
Die Förderhöhe ergibt sich aus zwei Größen: der Förderquote und den maximal anrechenbaren Kosten. Für die Dachdämmung gilt:
- Förderfähige Kosten bis 30.000 € pro Wohneinheit und Jahr (ohne iSFP).
- Bis 60.000 € pro Wohneinheit, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegt.
Daraus ergeben sich die maximalen Zuschüsse:
| Konstellation | Förderquote | Max. Zuschuss |
|---|---|---|
| Ohne iSFP (bis 30.000 €) | 15 % | 4.500 € |
| Mit iSFP (bis 30.000 €) | 20 % | 6.000 € |
| Mit iSFP, voll ausgeschöpft (bis 60.000 €) | 20 % | 12.000 € |
Die häufig gesuchte 6.000-€-Förderung entspricht also genau 20 % von 30.000 € — sie ist mit iSFP-Bonus erreichbar, sobald die förderfähigen Kosten diesen Betrag ausschöpfen.
Wie viel kostet ein komplett neues Dach mit Dämmung?
Ein komplett neues Dach inklusive Dämmung, Lattung und Eindeckung kostet für ein typisches Einfamilienhaus meist 150 bis 300 € pro Quadratmeter Dachfläche. Die Spanne hängt von Dachform, Material, Dämmstandard und Aufwand für Gerüst und Entsorgung ab. Einen genauen Überblick über unsere Leistungen im Dachbau finden Sie auf der Startseite.
| Position | Richtwert pro m² | |
|---|---|---|
| Abbruch & Entsorgung der alten Eindeckung | 20–40 € | |
| Dämmung (z. B. Aufsparrendämmung) | 50–120 € | |
| Lattung, Unterspannbahn, Konterlattung | 20–35 € | |
| Neue Eindeckung (Ziegel/Stein) | 50–100 € | |
| Gesamt komplett neues Dach | 150–300 € |
Für ein Einfamilienhaus mit rund 150 m² Dachfläche bedeutet das grob 25.000 bis 45.000 €. Davon lässt sich der gedämmte Anteil fördern — der Zuschuss reduziert die tatsächliche Belastung spürbar.
Was sind förderfähige Kosten bei der Dachsanierung?
Nicht jede Position der Rechnung ist förderfähig — gefördert wird, was unmittelbar mit der energetischen Verbesserung zusammenhängt. Dazu zählen:
- Dämmmaterial und dessen fachgerechter Einbau
- Dampfsperre bzw. luftdichte Ebene und Unterspannbahn
- Konter- und Traglattung im gedämmten Bereich
- Erneuerung der Eindeckung über der gedämmten Fläche
- Gerüst, Entsorgung und notwendige Anschlussarbeiten
- Kosten für Energieberatung, Fachplanung und Baubegleitung
Voraussetzung ist, dass nach der Sanierung der vorgeschriebene U-Wert erreicht wird (Dachflächen aktuell ≤ 0,14 W/(m²·K)). Diesen Nachweis übernimmt der eingebundene Energieeffizienz-Experte.
Was kostet es, ein 200 qm Dach zu decken?
Geht es nur um die Neueindeckung — also neue Ziegel oder Dachsteine ohne komplette Dämmung — liegt der Preis meist bei 80 bis 150 € pro Quadratmeter. Für ein 200 m² großes Dach ergibt das:
| Umfang | Preis pro m² | 200 m² gesamt |
|---|---|---|
| Reine Neueindeckung | 80–150 € | 16.000–30.000 € |
| Eindeckung + Unterdach | 110–180 € | 22.000–36.000 € |
| Eindeckung + Aufsparrendämmung | 180–300 € | 36.000–60.000 € |
Sobald eine Dämmung mit erfolgt, wird der energetische Teil förderfähig — die reine Eindeckung ohne Dämmung dagegen nicht.
Wer bekommt 70 % Förderung?
Das ist das häufigste Missverständnis: Die 70 % beziehen sich nicht auf das Dach, sondern auf die Heizungsförderung der KfW (Programm 458). Beim Tausch der Heizung — etwa auf eine Wärmepumpe — lassen sich mehrere Boni kombinieren:
- 30 % Grundförderung
- +20 % Klimageschwindigkeitsbonus (bei frühzeitigem Tausch alter Heizungen)
- +30 % Einkommensbonus (bis 40.000 € zu versteuerndes Haushaltseinkommen)
Gedeckelt ist die Summe bei maximal 70 %. Für die Dachdämmung bleibt es dagegen bei 15 % bzw. 20 % mit iSFP. Wer Dach und Heizung gemeinsam angeht, kann beide Programme parallel nutzen.
Wer bekommt 5.000 Euro Zuschuss?
Einen Zuschuss in der Größenordnung von 5.000 € erreichen Sie auf zwei Wegen:
- Fachplanung & Baubegleitung: Hier werden 50 % der Kosten übernommen, gedeckelt auf 5.000 € je Einfamilienhaus.
- Dämmmaßnahme: Bei rund 25.000–33.000 € förderfähigen Kosten und 15–20 % Quote liegt der Zuschuss ebenfalls in diesem Bereich.
Welche Fördermittel stehen mir zu?
Das lässt sich pauschal nicht beantworten — es hängt von Gebäude, Maßnahme und Ihrer Situation ab. In Frage kommen typischerweise:
- BAFA-Zuschuss für die Dachdämmung (15–20 %)
- KfW-Ergänzungskredit mit zinsgünstiger Finanzierung
- Förderung der Energieberatung und Baubegleitung
- ggf. regionale Programme Ihres Landkreises oder der Kommune
Den konkreten Anspruch prüft ein Energieeffizienz-Experte. Wir arbeiten mit Energieberatern in der Region zusammen und stellen den Kontakt für Sie her — sprechen Sie uns an.
Förderprogramme, Quoten und Höchstbeträge ändern sich regelmäßig. Die genannten Zahlen geben den Stand 2026 wieder und ersetzen keine individuelle Förderberatung. Maßgeblich sind die aktuellen Konditionen von BAFA und KfW zum Zeitpunkt der Antragstellung.
Häufige Fragen zur Dachförderung
Dach sanieren — und die Förderung mitnehmen?
Wir beraten Sie zu Aufbau, Dämmstandard und Ablauf, erstellen ein unverbindliches Angebot und stellen den Kontakt zum Energieberater her. Aus einer Hand, sauber umgesetzt.
Stand: Juni 2026. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Förder- oder Rechtsberatung dar. Verbindlich sind die jeweils gültigen Förderrichtlinien von BAFA und KfW. Alle Kostenangaben sind unverbindliche Richtwerte und können je nach Objekt abweichen.
- Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM), Fördersätze und förderfähige Kosten. bafa.de
- KfW-Bankengruppe: Programm 458 – Heizungsförderung für Privatpersonen, Fördersätze und Boni. kfw.de
- Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK): Richtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM), aktuelle Fassung. bmwk.de
- Deutsche Energie-Agentur (dena): Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) – Ablauf, Förderung und Vorteile. dena.de
- Verbraucherzentrale: Fördermittel für die Dachsanierung – Überblick und Bedingungen. verbraucherzentrale-energieberatung.de
- Eigene Kalkulation, Zimmerei Diersing: Erfahrungswerte für Kosten pro m² bei Dachsanierung, Neueindeckung und Dämmung in der Region Osnabrück / Vechta / Diepholz, Stand 2026.
