Ein neues Dach ist eine der größten Investitionen am Haus — und eine, die sich über Jahrzehnte auszahlt. Ob reine Neueindeckung oder Komplettsanierung mit Dämmung: Die Kosten, Fördermöglichkeiten und Steuervorteile unterscheiden sich erheblich. Hier klären wir die wichtigsten Fragen.

Kurz gesagt

Eine reine Neueindeckung kostet 80–150 € pro m², mit Dämmung 180–300 € pro m². Die Eindeckung allein wird nicht gefördert — erst in Kombination mit einer Dämmung gibt es 15–20 % BAFA-Zuschuss. Alternativ lassen sich die Kosten steuerlich absetzen: über § 35c EStG (energetische Sanierung) oder § 35a EStG (Handwerkerkosten).

Wie viel kostet es, ein Dach neu zu decken?

Die Kosten einer Neueindeckung setzen sich aus Material, Arbeitslohn, Unterkonstruktion und Nebenkosten zusammen. Hier die Richtwerte pro Quadratmeter Dachfläche:

PositionKosten pro m²
Abbruch & Entsorgung Alteindeckung15–35 €
Neue Lattung & Unterspannbahn18–30 €
Dacheindeckung (Material + Verlegung)45–100 €
Dachrinnen, Anschlüsse, Firste10–20 €
Gerüst8–14 €
Gesamt reine Neueindeckung100–180 €

Die Spanne hängt vor allem vom Material ab — Betondachsteine sind günstiger als Tondachziegel, Schiefer ist am teuersten. Dachform und Zugang spielen ebenfalls eine Rolle: Ein steiles Walmdach mit vielen Kehlen kostet mehr als ein einfaches Satteldach.

Wie viel kostet es, ein 200 qm Dach neu zu decken?

Für ein 200 m² großes Dach ergeben sich folgende Richtwerte:

UmfangPreis pro m²200 m² gesamt
Reine Neueindeckung100–180 €20.000–36.000 €
Eindeckung + Zwischensparrendämmung160–240 €32.000–48.000 €
Eindeckung + Aufsparrendämmung (komplett)180–300 €36.000–60.000 €

Hinzu kommen ggf. Kosten für Dachfenster (800–2.500 € pro Stück inkl. Einbau), Schneefanggitter und besondere Anschlüsse. Einen detaillierten Kostenüberblick finden Sie in unserem Ratgeber zur Dachsanierung.

Was kostet es, ein Dach komplett neu zu machen?

Wenn nicht nur die Eindeckung, sondern auch der Dachstuhl erneuert werden muss (z. B. bei schweren Schäden oder einem Dachausbau), steigen die Kosten deutlich:

PositionRichtwert pro m²
Abriss alter Dachstuhl + Entsorgung30–60 €
Neuer Dachstuhl (Holzkonstruktion)60–120 €
Dämmung (Aufsparren)50–120 €
Eindeckung + Nebenarbeiten80–150 €
Komplett neues Dach250–450 €

Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Dachfläche bedeutet das 37.500 bis 67.500 €. Das ist die teuerste Variante, aber auch die langlebigste — ein neuer Dachstuhl hält 80 bis 100 Jahre und mehr. Als Zimmereibetrieb ist der Dachstuhlneubau unser Kernhandwerk.

Wird eine neue Dacheindeckung gefördert?

Die reine Neueindeckung ohne Dämmung wird nicht gefördert — weder über das BAFA noch über die KfW. Die Förderung setzt eine energetische Verbesserung voraus.

Wird die Eindeckung aber im Zusammenhang mit einer Dachdämmung erneuert, zählen die Kosten der Eindeckung als förderfähige Nebenkosten der Dämmmaßnahme. Das bedeutet: Die Neueindeckung wird mitgefördert, wenn Sie gleichzeitig dämmen.

Unser Tipp: Wenn ohnehin eine neue Eindeckung fällig ist, lohnt es sich fast immer, die Dämmung gleich mitzumachen — so holen Sie die BAFA-/KfW-Förderung mit und sparen langfristig Heizkosten.

Wie viel Zuschuss gibt es für eine Dachsanierung?

Bei der Dachdämmung als Einzelmaßnahme:

  • 15 % Grundförderung (BAFA) auf förderfähige Kosten bis 30.000 € → max. 4.500 €
  • 20 % mit iSFP-Bonus auf bis zu 60.000 € → max. 12.000 €
  • Fachplanung/Baubegleitung: zusätzlich 50 %, gedeckelt auf 5.000 €
  • KfW-Ergänzungskredit 358: bis 120.000 € zinsgünstig

Eine ausführliche Aufstellung mit Rechenbeispielen finden Sie in unserem Artikel zu Zuschüssen und Kosten.

Welche Art von Dacheindeckung ist die beste?

Es gibt keine universell beste Eindeckung — die richtige Wahl hängt von Dachneigung, Region, Budget und Ästhetik ab. Hier ein Vergleich der gängigsten Materialien:

MaterialLebensdauerKosten pro m²Besonderheit
Tondachziegel60–100 Jahre30–55 €Bewährt, farbecht, natürlich
Betondachsteine40–60 Jahre20–35 €Preisgünstig, robust
Schiefer80–150 Jahre70–130 €Edel, extrem langlebig
Metalldach (Zink/Alu)50–80 Jahre40–90 €Leicht, wartungsarm
Faserzement30–50 Jahre25–45 €Leicht, vielseitig

In unserer Region (Osnabrück, Vechta, Diepholz) sind Tondachziegel und Betondachsteine am verbreitetsten. Bei historischen Gebäuden oder Fachwerk empfehlen wir häufig Schiefer oder Tonziegel in traditioneller Deckart. Sprechen Sie uns an — wir beraten Sie zur passenden Lösung für Ihr Haus.

Wer bekommt 70 % Förderung?

Die 70 % beziehen sich nicht auf das Dach, sondern auf den Heizungstausch (KfW 458). Die Zusammensetzung: 30 % Grundförderung + bis zu 20 % Klimabonus + bis zu 30 % Einkommensbonus = maximal 70 %. Für die Dachdämmung gilt: 15 % bzw. 20 % mit iSFP. Ausführlich erklärt in unserem Artikel zur KfW-Förderung.

Kann ich Dachsanierung von der Steuer absetzen?

Ja — und es gibt zwei Wege, je nach Situation:

  1. § 35c EStG — Energetische Sanierung (Selbstnutzer): 20 % der Kosten sind über 3 Jahre steuerlich absetzbar, maximal 40.000 € Steuerermäßigung pro Wohnobjekt. Voraussetzung: Das Gebäude ist älter als 10 Jahre, die Maßnahme verbessert die Energieeffizienz (z. B. Dachdämmung), und ein Fachunternehmen führt die Arbeit aus.
  2. § 35a EStG — Handwerkerleistungen: 20 % der Arbeitskosten (ohne Material) können abgesetzt werden, maximal 1.200 € pro Jahr. Gilt auch für die reine Neueindeckung ohne Dämmung.
Wichtig: Entweder — oder

Die steuerliche Förderung nach § 35c EStG und die BAFA-/KfW-Förderung schließen sich gegenseitig aus. Für dieselbe Maßnahme können Sie nur einen Weg nutzen. Der Handwerkerbonus (§ 35a) kann jedoch für nicht-energetische Arbeiten parallel genutzt werden.

Welche Steuervorteile gibt es bei einer Dachsanierung?

Im Überblick:

SteuerwegFür wenAbsetzbarMaximum
§ 35c EStG (energetisch)Selbstnutzer20 % über 3 Jahre40.000 € Ermäßigung
§ 35a EStG (Handwerker)Selbstnutzer20 % der Arbeitskosten1.200 €/Jahr
ErhaltungsaufwandVermieter100 % sofortunbegrenzt
AfA (Herstellungskosten)Vermieter2–3 % p. a.über Nutzungsdauer

Die Verteilung nach § 35c EStG läuft konkret so: 7 % im ersten Jahr, 7 % im zweiten Jahr und 6 % im dritten Jahr — zusammen 20 %. Voraussetzung ist eine Bescheinigung des Fachunternehmens nach amtlichem Muster.

Kann ich die Kosten für ein neues Dach geltend machen?

Ja, auf mehreren Wegen — abhängig davon, ob Sie selbst im Haus wohnen oder vermieten:

  • Selbstnutzer: § 35c EStG (energetische Sanierung) oder § 35a EStG (Handwerkerbonus). Beide mindern direkt Ihre Steuerlast.
  • Vermieter: Die Kosten der Dachsanierung werden als Werbungskosten abgesetzt — entweder sofort als Erhaltungsaufwendungen oder über die AfA bei Herstellungskosten.
  • Alternativ: BAFA-Zuschuss (15–20 %) statt steuerlicher Absetzung — in vielen Fällen finanziell attraktiver, da der Zuschuss unabhängig vom Steuersatz sofort fließt.

Welche Erhaltungsaufwendungen kann ich geltend machen?

Bei vermieteten Immobilien unterscheidet das Finanzamt zwischen Erhaltungsaufwendungen (sofort absetzbar) und Herstellungskosten (über AfA):

Erhaltungsaufwendungen — sofort in voller Höhe absetzbar:

  • Neueindeckung mit gleichwertigem Material
  • Erneuerung der Lattung und Unterspannbahn
  • Reparaturen am bestehenden Dachstuhl
  • Dachdämmung (sofern kein Ausbau)
  • Dachrinnen, Fallrohre, Schneefanggitter
  • Schornsteinsanierung

Herstellungskosten — über AfA abzuschreiben:

  • Neubau oder wesentliche Erweiterung des Dachstuhls
  • Dachausbau (neue Wohnfläche)
  • Einbau neuer Dachgauben
  • Wesentliche Verbesserung über den bisherigen Standard hinaus

In der Praxis: Eine Standard-Neueindeckung mit Dämmung ist fast immer Erhaltungsaufwand und damit sofort absetzbar — ein erheblicher Steuervorteil für Vermieter.

Steuerhinweis

Die steuerliche Einordnung hängt vom Einzelfall ab. Lassen Sie sich von einem Steuerberater beraten, bevor Sie sich zwischen BAFA-Zuschuss und steuerlicher Absetzung entscheiden. Die hier genannten Informationen ersetzen keine Steuerberatung.

Häufige Fragen zur Dacheindeckung

Die reine Neueindeckung eines Einfamilienhauses dauert in der Regel 3 bis 7 Arbeitstage. Mit Dämmung verlängert sich die Dauer auf 1 bis 3 Wochen, je nach Aufbau und Witterung.
In den meisten Fällen ja — die alte Eindeckung, Lattung und ggf. die Unterspannbahn werden entfernt. Bei einer Aufsparrendämmung wird anschließend von oben neu aufgebaut. Eine Überdeckung (neue Ziegel über alte) ist nur in seltenen Fällen möglich und statisch sinnvoll.
Nein. Für dieselbe Maßnahme müssen Sie sich entscheiden: entweder BAFA-/KfW-Förderung oder steuerliche Absetzung nach § 35c EStG. Der Handwerkerbonus (§ 35a) kann aber für nicht geförderte Arbeiten zusätzlich genutzt werden.
Der BAFA-Zuschuss (15–20 %) fließt unabhängig vom Steuersatz — er lohnt sich für die meisten Eigenheimbesitzer. Die steuerliche Absetzung nach § 35c EStG kann bei hohem Steuersatz und hohen Kosten interessanter sein, da bis zu 40.000 € Steuerermäßigung möglich sind. Lassen Sie beides von einem Steuerberater durchrechnen.

Neues Dach geplant? Wir decken — Sie sparen.

Ob Neueindeckung, Dämmung oder Komplettsanierung: Wir beraten Sie zu Aufbau, Material und Fördermöglichkeiten, erstellen ein unverbindliches Angebot und setzen sauber um.

Stand: Juni 2026. Alle Kostenangaben sind unverbindliche Richtwerte und können je nach Objekt, Region und Marktlage abweichen. Die steuerlichen Hinweise ersetzen keine Steuerberatung. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Förderrichtlinien von BAFA und KfW.

Quellen
  1. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): BEG Einzelmaßnahmen — Fördersätze und förderfähige Kosten. bafa.de
  2. Bundesministerium der Finanzen: § 35c EStG — Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden. bundesfinanzministerium.de
  3. Energie-Fachberater: Förderung von KfW und BAFA schließt auch neue Dacheindeckung ein. energie-fachberater.de
  4. Verbraucherzentrale: Handwerkerleistungen und energetische Sanierung steuerlich geltend machen. verbraucherzentrale.de
  5. Eigene Kalkulation, Zimmerei Diersing: Erfahrungswerte Kosten pro m² Dacheindeckung, Region Osnabrück / Vechta / Diepholz, Stand 2026.